Ausstellung

Pia Kühnemann

Pia Kühnemann (*1994) ist eine Künstlerin mit Wurzeln in ländlicher Tradition und lebt in St. Moritz. In ihrer Arbeit erforscht sie Aspekte des Mensch-Seins sowie die Beziehung zwischen Mensch und Natur. Aufgewachsen als Tochter einer Imkerin und eines Informatikers, kam sie früh mit der Natur und dem Wissen um Pflanzen und Materialien in Berührung, während sie zugleich ein analytisches, forschendes Denken entwickelte. Diese beiden Einflüsse – eine intuitive Nähe zur Natur und ein präziser, experimenteller Ansatz – prägen ihre künstlerische Praxis.

Ihr Werk schafft sie in einem Zustand tiefer Versunkenheit, in dem Handlung und Wahrnehmung ineinander übergehen. Dieser Gedanke spiegelt sich in organischen Strukturen und intuitiven, bewusst unperfekten Linien wider, die den Entstehungsprozess sichtbar machen und den Betrachter in diesen Prozess einladen. Kühnemann arbeitet mit selbst hergestellten Materialien, insbesondere mit Bienenwachs, das sie roh oder schwarz gefärbt einsetzt, sowie mit weiteren natürlichen Substanzen aus der Landschaft des Engadins. Dabei verzichtet sie bewusst auf künstliche Werkzeuge, um die Verbindung zwischen Mensch und Natur nicht zu unterbrechen.

Im Zentrum ihrer Arbeit steht das spontane Zusammenspiel zwischen Mensch und Natur, in dem Materialien eigene Strukturen entwickeln und in einen ästhetischen Dialog treten. Neben ihrer materialbasierten Praxis verwendet sie unter anderem Sgraffito-Elemente als Referenz an die ornamentale Baukultur des Engadins und verbindet diese mit experimentellen Methoden. So entstehen Arbeiten, die zwischen Vergangenheit und Gegenwart vermitteln und von einem starken Streben nach Authentizität getragen sind.

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